Nichts konnte bisher den 13-jährigen Siegeszug der „Alternative für Deutschland“ (AfD) stoppen oder zumindest drosseln. Nicht Skandalisierung noch kleine bis riesige Demonstrationen Klagen oder Kampagnen konnten bisher verhindern, dass der gesellschaftliche Rechtsruck weitergeht und eine zunehmend faschistische Partei und ihre offen nazistische Jugendorganisation bundesweit bei Wahlen bei rund einem Viertel der Stimmen steht, in einzelnen Bundesländern auf die 40 Prozent zumarschiert und an die Macht zu kommen droht. Was bleibt zu tun? Dieser Frage widmet sich ein Vortrag des Historikers, Politikwissenschaftlers und Publizisten Fritz Burschel am Freitag, 8. Mai 2026, um 18 Uhr im Luthersaal des Tagungszentrums „Das Wormser“, Rathenaustraße 11, in Worms. Eingeladen wurde er vom Bündnis gegen Naziaufmärsche Worms, dem Deutschen Gewerkschaftsbund Stadtverband Worms, dem Runden Tisch gegen Rechtsextremismus an der Lutherkirche sowie der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Worms-Alzey.
Bereits vor der Veranstaltung wurde deren Brisanz unter der derzeitigen Bundesregierung deutlich: Die Veranstalter*innen hatten bei „Demokratie leben!“ Worms für diese Veranstaltung finanzielle Fördermittel beantragt. Der Begleitausschuss von „Demokratie leben!“ entschied am 22. April 2026, dass er die Veranstaltung als „förderfähig“ empfehlen wird. Allerdings ist von einer Ablehnung des Förderantrags auszugehen, weil im Titel der Veranstaltung die AfD genannt ist. Dies solle der Parteienneutralität widersprechen. Es ist zu befürchten, dass dabei nicht bloß Formalien eine entscheidende Rolle spielen, sondern die seitens des Bundesfamilienministeriums „verschärften“ Richtlinien zur Vergabe von Fördermitteln an „Nichtregierungsorganisationen“ (NGO). Hiergegen hatte das Bündnis gegen Naziaufmärsche bereits Anfang März dieses Jahres öffentlich protestiert (siehe „Wormser Zeitung“ vom 3. März und „Nibelungen Kurier“ vom 7. März 2026).
Die Profilstelle Ökumene im Evangelischen Dekanat und die Mitveranstalter*innen haben es deshalb unternommen, die Veranstaltung aus eigenen Kräften zu finanzieren, damit das hiesige demokratische Engagement aufrechterhalten wird. Denn die unmittelbare Folge der eingeschränkten Vergabe von Fördermitteln: Manche engagierten Gruppen und Organisationen fürchten um ihre Förderfähigkeit und vermeiden politisch „unliebsame“ Aktivitäten. Die Veranstalter*innen sehen sich dadurch nicht veranlasst, den Titel ihres Diskussionsangebots über die Bedrohung der Demokratie und ihre Verursacher*innen zu korrigieren.
Weitere Informationen und Kontakt:
Bündnis gegen Naziaufmärsche Worms
Verantwortlich: Horst Gobrecht
Tel. 0151 295 231 96